Vor ein paar Tagen war es mal wieder soweit: Die Jahresabrechnung unseres lokalen Stromanbieters lag im Briefkasten. Diesem Termin sehe ich immer mit einem mehr oder weniger großen Kloß im Hals entgegen, bewegt sich der jährliche Stromverbrauch meiner Sippe (und meines Computer- und PDA-Fuhrparks) immer in Größenordnungen, die einem normalen Vierpersonenhaushalt für mindestens vier Jahre reicht…
Dieses Mal war die Freude groß, wir haben über 2000 kWh im Vergleich zum Vorjahr eingespart (es sind aber immer noch 17744 kWh zusammen gekommen). Offenbar machen sich ein paar simple Sparmassnahmen (20 Watt Energiespar-Deckenfluter im Wohnzimmer statt 350 Watt Halogen-Schienensystem, nur ein Server, der 24/7 läuft und gerade nicht gebrauchte Festplatten abschaltet etc.pp) durchaus bezahlt.
Der monatliche Abschlag verringert sich in Zukunft um knapp 30 Euro und wir bekommen die Tage einen Scheck über 130 Euro, die wir zuviel bezahlt haben – so steht zumindest es in der Abrechnung. Nachdem der Scheck (warum eigentlich ein Scheck? Können die das Geld nicht einfach überweisen? Ich zahle meine Abschläge ja auch nicht in bar oder per Scheck.) jetzt zwei Wochen auf sich warten lies, haben wir mal bei der Kundenbetreuung der Pfalzwerke angerufen, um uns nach dem Verbleib unserer Taler zu erkundigen. “Nein, einen Scheck bekommen sie nicht”, erfuhren wir am Telefon, “das Geld wird ihrem Kundenkonto gutgeschrieben. Zahlen sie beim nächsten Abschlag einfach 130 Euro weniger, dann passt das ja.”.
Na da bin ich mal gespannt.
Wenn es eine Sache gibt, die die Pfalzwerke nicht auf die Reihe bekommen, dann ist es das Verbuchen von Beträgen, die nicht exakt dem festgelegten Abschlag entsprechen. Da wir per Dauerauftrag den besagten Abschlag schon voll bezahlt haben wird sich der schon altbekannte Buchungsmurks wiederholen: 130 Euro haben wir als Guthaben, dazu kommen jetzt 250 Euro Abschlag. Die Buchhaltung steckt von diesen 250 Euro einfach 120 zum März, der damit als bezahlt abgeschlossen ist. Die verbleibenden 130 Euro landen buchungsmässig im April, der durch Eingang einer Zahlung aber auch abgeschlossen wird! Der nächste Abschlag, den wir eigentlich für April zahlen, landet dadurch nicht im April (der ja noch nicht komplett bezahlt ist) sondern im Mai. Die Folge davon ist, daß wir garantiert innerhalb der nächsten 2 Wochen eine Mahnung (mit 8 Euro Mahngebühren) bekommen werden, in der die fehlenden 120 Euro für den April angemahnt werden… War die letzten paar Jahre immer so, wird dieses Jahr nicht anders laufen. Lässt sich zwar alles mit einem Telefonat und ein paar Mausklicks bei denen klären, mir geht es aber von Jahr zu Jahr mehr auf den Zeiger, daß die eine Buchungssoftware einsetzen, die offenkundig zu blöd zum Zählen ist.
Wie schreiben die immer so nett auf die Jahresrechnungen: “Vielen Dank, dass Sie unser Kunde sind.”
Liebe Pfalzwerke: Wenn ich dieses Jahr nochmal eine Mahnung bekomme, weil ihr damit überfordert seid, regelmäßig eingehende Zahlungen korrekt zu verbuchen, könnt Ihr Euch Eure Dankbarkeit ans Schienbein nageln. Mein Strom kommt dann in Zukunft von einem Mitbewerber, der unfallfrei zählen kann.







