Die lieben Apple-Fans. Immer wieder missionarisch im Namen von Steve unterwegs. Immer wieder wird ungefragt betont, wie toll doch die Hard- und Software von Apple ist und wie schlecht und minderwertig dagegen doch alles andere auf der Welt ist. Immer wieder werden hinkende Vergleiche angestellt, was mit Apple-Zeugs alles möglich ist, was man mit den Produkten eines beliebigen anderen Herstellers nie bewerkstelligen kann.
Kritik ist da vollkommen fehl am Platze, Bugs gibt’s nur bei anderen, teuer ist relativ, das mit dem goldenen Käfig ist nur Gestänkere der Ungläubigen. Alles ist schön, sauber und rein im Reiche der Jünger des vor sich hin siechenden Religionsgebers Steve J.
Das geht so weit, dass man nach ein paar allgemeinen (wenn auch drastischen) Worten über Apples Geschäftsmodell plötzlich persönlich angefeindet und beleidigt wird. Denn da versteht der Fanboy, der trefflich auszuteilen vermag, plötzlich gar keinen Spaß mehr.
Es gibt Tage, da ignoriere ich das einfach.
Es gibt auch Tage, da belächele ich die Apple-Fanboys. So, wie ich mich auch über die Zeugen Jehovas oder den GEZ-Eintreiber an der Haustür köstlich amüsieren kann.
Es gibt aber auch Tage, an denen mir dieses unreflektierte und kritiklose Nachplappern von Apple-Werbe-Buzzword-Bullshit so auf den Sack geht, dass ich Mühe habe, meinen Morgenkaffee zum richtigen Magenausgang wieder hinaus zu lassen.
Heute ist einer dieser Tage. Einer der Tage an denen ich übelst schlecht gelaunt bin, an denen ich beim kleinsten Furz an der Decke hänge, an denen ich Staubsaugervertretern das Herz durch den Mund aus dem Körper reiße, an denen ich für hochnäsiges Fanboy-Getue keinerlei Nerven habe.
Wenn ihr heute also hochkant aus meiner Kuschelecke bei irgendeinem Social-Media-Unfug rausfliegt, kuckt einfach mal, ob Ihr in den letzten 24 Stunden irgendwelche Apple-Lobgesänge angestimmt habt. Könnte sein, dass das dann ein Schälchen Weihrauch zu viel war.
Und jetzt dürft ihr das machen, was Ihr am besten könnt: Mich nicht mehr kennen, nicht mehr mögen, aus Euren Kreisen werfen, entfolgen, Mail-Adresse und Telefonnummern löschen und was es da noch so alles gibt. Oder mir pampige Kommentare hierzu schreiben – oder gleich ganz aufhören, meinen Blog zu lesen. Es ist mir vollkommen egal – zumindest heute.