Gerade bin ich bei Geardiary über eine Bastelanleitung für ein - nennen wir es mal - Kühlgerät gestolpert. Grob gesagt bauen die da einen Lüfter in eine leere Burgerverpackung, füllen die mit Eiswürfeln und freuen sich wie Sau, daß die Luft vom Eis ein wenig abgekühlt wird.
Baff war ich erstmal, als ich gesehen habe, daß es in Amerika immer noch diese verfluchten Styropor-Verpackungen für Burger gibt. In Europa hat man die schon vor gut 10 Jahren aus dem Verkehr gezogen, weil die ähnlich gut biologisch abbaubar sind wie ein Liter Altöl.
Aber so richtig umgefallen bin ich, als ich den ersten Kommentar gelesen habe:
My office has the opposite problem, TOO cold. There are people here that have heaters under their desks to keep them warm in the air conditioner’d freeze, and lots of sweater wearers.
Sagt mal, liebe Amerikaner - habt ihr den Arsch offen? Oder was geraucht? Leute mit einem IQ über 50 drehen die Klimaanlage runter, wenn es zu kalt wird. Aber nicht in Amerika. Da lässt man die Air Condition einfach auf vollgas weiterlaufen und stellt sich einen Heizlüfter unter den Schreibtisch. Brilliante Idee, echt. Strom wächst im Land der unbegrenzten Schachsinnigkeiten ja auch auf Bäumen.
Aber dann über die ach so hohen Spritkosten jammern. Die liegen ja inzwischen schon bei fast VIER Dollar für eine Gallone Sprit. Etliche Amerikaner wissen echt schon bald nicht mehr, wie sie den Sprit für ihren SUV bezahlen sollen. Dabei haben sie extra ein sparsames Modell gekauft: Nur 6 Liter Hubraum, bescheidene 480 PS, und verbraucht gerade mal 22 Liter auf 100 km. Und es war wirklich nicht leicht, so einen Wagen zu kaufen; man will sich vor den Nachbarn ja nicht mit so einem untermotorisierten Elefantenrollschuh lächerlich machen. Mit einem “Ist der Wagen meiner Frau” kann man sich da gerade noch so eben ‘rausreden….
Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: eine Gallone Sprit kostet knapp 4 Dollar. Eine Gallone sind ziemlich genau 3,785 Liter (Nicht mit britischen Gallonen verwechseln, dort sind das 4,546 Liter). Ein Dollar kostet heute 0,63336 Euro. Ein Liter Sprit demzufolge rund 67 Euro-Cent. Ja, da können einem schon die Tränen kommen, wenn man (wie ich gestern) mal gerade für 1,549 Euro pro Liter getankt hat.
Vielleicht sollte man den armen Amerikanern mal erzählen, was eine Gallone Benzin bei uns so kostet?
(Für die mathematisch herausgeforderten: Bei einem Spritpreis von 1,549 Euro pro Liter und einem Wechselkurs von 1,57888 Dollar für den Euro kostet die Gallone Sprit lächerliche 9,26 Dollar!).
Gut, daß meine Karre nur 6,6 Liter auf 100km verbraucht. Aber da rechnen die Amerikaner ja auch wieder anders. Wenn die von “gas mileage” sprechen, meinen die, wieviele Meilen sie mit einer Gallone Sprit fahren können. Bei mir sind das immerhin 35,64 Meilen pro Gallone - während es bei dem oben erwähnten kleinen SUV nur noch 10,69 Meilen pro Gallone wären.
Haben die ein Glück, das Heizlüfter nicht mit Benzin laufen.


